Gaza: Bildung im Ausnahmezustand

04.04.2025 Nothilfe

Neben dem Schutz der Kinder und der Bereitstellung einer sicheren Unterkunft hat sich SOS-Kinderdorf in Gaza verpflichtet, weiterhin Bildung anzubieten und zu gewährleisten.

Seit Beginn des Krieges in Gaza wurde der Schulbetrieb eingestellt und nur schleppend und teilweise wieder aufgenommen. Im Zeltlager in Khan Younis gelang es unserem Team, provisorische Lernräume aus Holz für Schüler:innen der ersten bis neunten Klasse einzurichten. Nach einiger Zeit wurde beschlossen, die Bildungsstufen zu trennen, damit die Kinder ihre Ausbildung entsprechend ihrer jeweiligen Klasse fortsetzen konnten. Der Unterricht richtete sich auch an die von SOS-Kinderdorf betreuten Kinder, einschliesslich der unbegleiteten Kinder und der Kinder, die ihre Eltern verloren haben, sowie an die Kinder der im Lager lebenden Binnenflüchtlinge und an einige Kinder aus der Nachbarschaft. Mittlerweile profitieren 147 Kinder von dieser Bildungsinitiative. Darüber hinaus arbeiteten unsere pädagogischen Mitarbeiter:innen vor Ort daran, rund 600 Schüler:innen im Lager Yarmouk in Gaza und in den umliegenden Unterkünften Bildungsangebote zu machen. Die Bildungsinitiative ist auch von offizieller Seite anerkannt und soll die bislang erlittenen Bildungsverluste so gut wie möglich ausgleichen. «Im letzten Semester haben wir daran gearbeitet, den formellen Unterricht für die Grundfächer einzuführen, und die Kinder waren überglücklich, wieder zur Schule gehen zu können», berichtet uns eine Lehrerin der Initiative.

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Eine Frau hält ein Baby in ihren Armen

Rettung in der Not

Über die Bildungsinitiative hinaus setzen wir uns in Gaza auch weiterhin für die umfassende Unterstützung von notleidenden Kindern ein. Kinder wie dem heute wenige Monate alten Karam. Ein Rettungshelfer übergab das erst einen Tag alte Baby damals an die Mitarbeitenden von SOS-Kinderdorf in Gaza. Seine Mutter wurde verletzt und starb bei der Geburt, und dieses Baby, das so neu auf der Welt war, trug bereits die Last von Verlust und Krieg in sich. Rückhalt und Liebe erfährt er nun in den Armen seiner SOS-Mutter Basma. Schon früh bemerkte sie, wie er sich beruhigte, wenn sie ihm sanft vorsang. «Er beruhigt sich, wenn er meine Stimme hört», erzählt uns Basma mit einem sanften Lächeln. Sie fühlte sofort eine tiefe Verbundenheit mit dem kleinen Jungen, der schon so viel durchgemacht hatte. Das SOS-Team versucht, noch lebende Mitglieder seiner Herkunftsfamilie ausfindig zu machen, um Karam wieder mit ihr zu vereinen. Bis dahin kümmert sich Basma um ihn und sorgt dafür, dass es ihm an nichts fehlt.

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Inhaltsverantwortlich:

David Becker

Wenn ich Content in Wort und Bild erarbeite, begeistert mich das grosse Ganze und berühren mich die feinen Details.

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